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Anti-Insekten-Spray

Neues Jahr neue Insektenschwemme. 🙂 Seit ein paar Jahren stelle ich ein Mal im Jahr eine kleine Menge Anti-Insektenspray her. Im Freundeskreis ist die Nachfrage danach groß. Grundsätzlich mache ich aber aus den Sachen, die ich in meiner Hexenküche erstelle, kein Geheimnis.

Im Gegenteil. Ich möchte zeigen, wie einfach solche Dinge herzustellen sind und empfehle ausdrücklich, selbst solche Experimente vorzunehmen. Mein Motto ist wie auch bei meinen Cremes: Je weniger Zutaten desto besser. Hier also einmal ein Auszug aus meinem diesjährigen Chargenbuch und die einzelnen Schritte. Die ursprüngliche Idee habe ich von Smarticular aufgegriffen. Dort wird als Hauptbestandteil Citronella, also das ätherische Öl des Zitronengrases, verwendet.

Mein persönliches Problem: Bremsen lieben mich und wenn ich einen Biss von einer Bremse bekomme, bekomme ich über mehrere Wochen eine große Schwellung. Dagegen hilft das Citronella aber nicht. Die Lösung: Schwarzkümmelöl. Das hält neben den Mücken nicht nur die Bremsen fern, sondern auch Flöhe und Zecken. Das Eukalyptus-Öl ist einzig und alleine für das Aroma. Es erfrischt und macht die Wolke, die man um sich herum bildet, angenehm für unsere Nasen. Aber aufpassen: Das ätherische Eukalyptus-Öl ist sehr scharf. Bei mir hat es schon Kunststoffe zerfressen. Von daher sehr vorsichtig verwenden und nach Möglichkeit Glasgefäße zum Mischen benutzen.

Die Zutaten und die Vorbereitung:

Wie bei der Naturkosmetik häufig üblich, benutze ich zwei Phasen: Die Wasserphase und die Fettphase. Man mischt also zwei getrennte Mischungen, die man hinterher miteinander verbindet. Fette / Öle und Wasser trennen sich naturgemäß voneinander. Abhilfe schafft ein Emulgator, der nach der Mischung verhindert, dass sich die klein gewordenen Fetttröpfchen wieder miteinander verbinden. Ich nutze dafür Rimulgan.

Die Zutaten 500 ml Mückenspray:

Fettphase:
5 ml Citronella-Öl (ätherisches Öl)
1 ml Eukalyptus-Öl (ätherisches Öl)
5 ml Schwarzkümmel-Öl
3 ml Rimulgan

Wasserphase:
386 ml Destilliertes Wasser (es geht auch Leitungswasser)
100 ml Bioethanol oder Isopropanol

Die Zubereitung:

Zuerst die Wasserphasen-Zutaten mischen und dabei aufpassen. Bioethanol ist sehr schnell entzündlich – vor Allem die Dämpfe. Daher die 100 ml zügig mit dem Wasser vermischen. Dabei gibt es häufig eine chemische Reaktion, gerade bei mineralhaltigem Leitungswasser: Das Mischen setzt Energie frei, wodurch sich die Mischung auf über 50°C aufheizen kann. Wem das zu heikel ist, der kann gerne die gesamte Wasserphase z. B. durch Wodka und Wasser ersetzen. Hauptsache, am Ende kommen ca. 20 % Alkoholgehalt heraus.

Nun die Fettphasen-Zutaten mischen. Das Rimulgan sollte sich schon gut mit den Ölen verbinden.

Zuletzt, sofern die Wasserphase abgekühlt ist, beide Phasen miteinander vermischen, sodass eine gleichmäßige „Milch“ entsteht. Diese ist nun sofort einsatzbereit.

Wichtig: bei industriellen Mitteln gäbe es nun noch Stabilisatoren in der langen Zutatenliste. Die Bestandteile in unserem Spray haben nach wie vor unterschiedliche Dichten. Daher wandern trotz erfolgreicher Emulsion die Öle nach und nach wieder nach oben. Bleibt eine Flasche stehen, erweckt es sogar den Anschein, es würden alle Substanzen wieder vollkommen getrennt vorliegen.

Die linke Flasche ist frisch geschüttelt. Die mittlere Flasche stand ca. eine Woche, die rechte Flasche steht schon seit Monaten.

Nach einem kurzen Schütteln ist es wieder die gut emulgierte Milch. Daher: vor jedem Gebrauch und jedem Abfüllen: einmal gut durchschütteln. Sobald es durchgehend milchig ist, ist es bereit für den Zerstäuber.

Sprühflaschen gibt es in allen möglichen Variationen. Ich habe am Anfang ausschließlich Glasflaschen verwendet, diese aber nie wieder zurück bekommen. Da eine Flasche ca. 2 Euro kosteten und damit viel mehr als der eigentliche Inhalt, bin ich auf Plastik-Fläschchen umgestiegen. Das finde ich selbst tragisch, jedoch fiel mir kein anderer Weg ein, ohne bei der Versorgung der Freunde arm zu werden. Durch Nachfüllsets (die mittlere Flasche) ermutige ich die Leute dazu, die Flaschen weiterzuverwenden und wiederzubefüllen.

Noch ein Tipp: Wirkt nicht im Spanien-Urlaub

Eine gute Freundin nahm ein paar der Flaschen mit den Spanien-Urlaub und musste feststellen, dass das Spray dort nicht wirkt. Der Grund: Das Zitronengras wird dort im großen Stil angebaut. Somit scheint es bei den dortigen Mücken die abschreckende Wirkung verloren zu haben. Hierzulande bekomme ich aber immer wieder die Nachricht, dass es sehr gut wirkt.

Wichtig: Warnhinweise nicht vergessen!

Es sind ätherische Öle und Alkohol im Spiel. Diese Substanzen können allergische Reaktionen und/oder Reizungen auslösen. Das Spray sollte nicht in die Augen kommen. Durch den Alkohol natürlich nicht für Kinder geeignet. Lässt man den Alkohol weg, verdampft es nicht so schnell und verteilt sich somit ungleichmäßiger. Aber ein kinderfreundliches Rezept ist bestimmt möglich. Auch ist bei Haustieren Vorsicht geboten: Schwarzkümmelöl ist für Katzen zb. hochgiftig.

Und: Benutzung / Nachahmung auf eigene Gefahr!

Ich fordere niemanden auf, das zu benutzen, sondern möchte hier nur zeigen, wie ich es gemacht habe. Es soll nicht mehr als eine Inspiration sein. Daher muss sich jeder selbst über die Verträglichkeit der einzelnen Zutaten Gedanken machen.

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